Von Freaks und Menschen

Und weiter geht es mit der Aufarbeitung des eigenen, kleinen Kosmos.

Manchmal summe ich ein Lied aus meiner Kindheit und Jugend vor mich hin, diese Musikkassette habe ich immer noch:

„Und ich bin doch das alte arme, kleine Würstchen
unter lauter and’ren armen, kleinen Würstchen.
Nur die meisten davon sind für die Erkenntnis blind,
dass sie auch nur lauter arme, kleine Würstchen sind.
Wir sind alle lauter arme, kleine Würstchen
unter lauter and’ren armen kleinen Würstchen.
Wenn du schlau bist, mein Freund pass auf, dass du nicht vergisst
Dass du nur ein armes, kleines Würstchen bist!“

(Reinhard Mey)

Schade, dass das nicht immer präsent ist. Einfach, schlicht und heilsam. Da ich es aber überlagert habe und in vielen Kreisen lebe, die diese Erkenntnis auch überlagert oder zum Teil noch nie gewonnen haben und da dieses tiefe Wissen auch immer wieder überlagert werden wird, wurschtle ich eben in der vierten und letzten limbischen Ebene herum und versuche – manchmal gemeinsam mit meiner Frau und Freunden – das gesammelte Verstandeswissen mit Emotionen in die tieferen Ebenen zu bugsieren.

Studium: massiver Medien-Konsum und kontinuierliche Reproduktion. Ist das passiv oder aktiv? Ist Fernseh-Schauen nur passiv? Löst „Fernsehkiffen“, wie es Mittermeier in seiner besten Zeit formulierte, Aktionen aus? Oder nur in Einzelfällen (z.B. bei Mittermeier)? Oder: ist Surfen im Internet aktiv, wenn ich auch Beiträge schreibe? Ist dann nicht die neue, virtuelle Welt des Schnell-Bloggens und Sekunden-Konsums inklusive Bild, Video und morgen auch Gerüchen und ergänzenden Zusatzinformationen, die direkt vom Device ins Gehirn eingespeist werden, rein menschlich? Ist das Nanosekunden-Entscheiden eines Computers, eines Geschäftsführers oder eines Kindergartenkindes, die das Multitasking, die Vielschichtigkeit und die unfassbare Komplexität jedes Momentes aus dem FF können sollen, ja dürfen, nicht einfach ein „Außen-wie-Innen“, ein Anpassen der äußeren Umwelt an unser evolutionär gewachsenes – und auch wieder geschrumpftes – Gehirn und seine unerschöpfliche Leistungsfähigkeit?

Wie auch immer: zwei weitere Werke, die ich meiner Bibliothek zuführte und dem schleichenden Vergessen allem Konsumierten anheim fallen lasse:

Gefühle sind keine Krankheit von Christian Peter Dogs und Nina Poelchau und Die Mauer überwinden, Wege aus der chronischen Depression von Eva-Lotta Brakemeier und Angela Buchholz

Bienenhaltung…

…gestern und heute:

Taschenbüchlein für Obst- und Bienenzüchter und für solche, die es werden wollen von Franz Carl Ludwig Gillig, historische Originalausgabe von 1897

– und –

der Aufbruch in eine neue Bienenhaltung (04/2020) von Manfred Schmitz und Zitaten von Dr. Jürgen Tautz (u.a. Professor am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Thomas Dyer Seeley (u.a. Professor für Biologie an der Cornell University Horace White) und Torben Schiffer (u.a. Schöpfer des Schiffer-Trees).

Interessante Links dazu: