Im Wald…

…dürfen haushaltsübliche Mengen Bärlauch gepflückt werden. Bestenfalls nicht die ganze Pflanze, sondern nur ein, zwei Blatt einer Pflanze und dort, wo sich ganze Bärlauch-Teppiche ausbreiten. Im Wald zwischen Eichfeld, Brünnau und Lülsfeld – dem Fleckchen mit Baum-Ansammlung, das dort noch übrig gelassen wurde – entdeckt man gleich einen Gedenkstein: „Jan Ceoban, gestorben 3.10.1943, 22 Jahre“. Leider finde ich dazu keine weiteren Berichte.

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Im Grunde gut

…und wieder ein Zitat, weil ich nicht selbst denken kann und jeglicher Propaganda schnell anheim falle: „Wenn man nur hart genug an Menschen herumzerrt, wenn man sie bearbeitet und knetet, verführt und manipuliert, dann sind viele von uns zu Bösem imstande. Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert. Aber das Böse ist nicht an der Oberfläche, es muss mit großer Mühe nach oben gepumpt werden. Und noch wichtiger: Es muss sich immer als das Gute tarnen.“

Ich bin erst fast bei der Hälfte dieses Machwerks. Vor einigen Jahren habe ich auch Yuval Noah Hararis Werke verschlungen. Dieses Buch empfiehlt Harari selbst: “ ›Im Grunde gut‹ hat mich dazu bewegt, die Menschheit aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Ich kann es nur empfehlen.“ Schon gebe ich Harari wieder Recht – in gegenteiliger Intention als beim letzten Mal, da ich im Recht gab, ich dummes Fähnchen im Propaganda-Wind.

Ich habe Rutger Bregman’s fantastische Recherche „Im Grunde gut“ durch die praktische Anwendung und deren Beschreibung in „Unfuck the economy“ von Waldemar Zeiler entdeckt, in der Zeiler aus dem Buch zitiert. Ich danke Euch für Eure Hilfe, ein besserer Mensch zu werden – der, der ich bin. Ich hoffe, Ihr helft noch vielen anderen aus ihrer aufgeprägten, indoktrinierten und selbstinduzierten Neurose wieder heraus zu finden.

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Selbstreflexion und Selbstkontakt

Ein längeres Zitat aus dem lesenswerten Buch „New Work needs Inner Work“ von Joana Breidenbach und Bettina Rollow (Ausgabe 2019, S. 73 ff.):

„Erst in der Distanz zum eigenen inneren Erleben können wir die Ebenen dahinter sehen und verstehen, was uns motiviert und welche Treiber hinter unserem Verhalten, unseren Gefühlen und Gedanken liegen. Je klarer wir unsere innere Landschaft sehen, desto besser ist unser Selbstkontakt.

Nun haben verschiedene Menschen nicht nur sehr unterschiedliche Zugänge zu sich selbst. Sie variieren auch darin, wozu sie Kontakt haben. Denn wir können zwischen mindestens drei Aspekten unterscheiden: der kognitiven, der emotionalen und der physischen Ebene. Manchen Menschen fällt es leicht, ihr Verhalten und die eigenen Gedankengänge von außen zu beobachten und mit anderen darüber zu sprechen. Für andere ist dies viel schwerer. Das eigene Innenleben erscheint ihnen oft wirr und ungreifbar.

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Feindschaft

Die deutsch-französische „Erbfeindschaft“ ist auch nach über 150 Jahren noch nicht aus allen Köpfen verschwunden. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 fand diese „Erbfeindschaft“ eine scheinbare Bestätigung, um als schlichte, allgemeinverständliche Faktenbasis für weitere erbitterte Kriege und ungezählte, ungesühnte Tote herhalten zu können.

Interessant ist zu dieser „Erbfeindschaft“ und dem dritten und letzten deutschen Einigungskrieg das Zitat aus dem Jahresbericht „Unsere Mainschleife 2020“ des Heimatvereins Volkacher Mainschleife e.V., Seite 33 ff.:

„Die »begeisterte Einmütigkeit« über den Sieg Deutschlands über Frankreich, wie sie noch Pfarrer Gerhard Egert 1979 in seinem Kommentar zur Edition des Pfarrers Tagebuch beschreibt, ist heute längst wiederlegt. Selbst der preußische Kronprinz hatte in seinem Tagebuch am Silvestertag 1870 notiert:

»Man hält uns für jede Schlechtigkeit fähig… Bismarck hat uns groß und mächtig gemacht, aber er raubte uns unsere Freunde, die Sympathien der Welt und – unser gutes Gewissen.«

Ein Fazit: selbst wenn ein Umstand für die absolute Mehrheit als gegeben scheint, kann er grundlegenden Fakten entbehren und für lange Zeit systematisch das Gegenteilige der von den Auslösern und Quellen beabsichtigten Ziele fördern.

Tomorrowland

Aus den Aussteigern von gestern wurden die Überflieger von heute rekrutiert und finanziert.

Aus was wird man morgen noch aussteigen können?
Worüber wird übermorgen geflogen werden können?
Wen soll der Geldadel denn heute upgraden?

Bigger.
Better.
Faster.
More.

Don’t call us, we will call you?
Alter, das ist Oldschool, modriger als dieser Slang, so verfault wie das System des Eisberg-Wohlstands, der lange schon keine Form eines Berges mehr hat und der im immer wärmeren Klima rapide wegschmilzt.

„Hip“ war vorgestern! Es gehen einfach Tag für Tag immer weniger überhaupt noch ran, wenn’s klingelt. Lass‘ klingeln, lass‘ stecken, ist echt nicht mehr drin, Eure Wurstfabrik am A…

F48.0G – schwache Nerven

 

 

Weitere Updates für den Kopf:

Burnout und chronischer beruflicher Stress – Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige, Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie von Andreas Hillert, Stefan Koch und Dirk Lehr

Zeit für einen Spurwechsel – Wie wir aufhören uns selbst zu blockieren und dem Leben eine neue Richtung geben von Dr. med. Mirriam Prieß

Nach 45 Jahren ein neuer Lernprozess. Auch mal hinhören. Besonders bei der Frau, die an Deiner Seite steht

Schöne Zahlen aus https://www.youtube.com/watch?v=5e4qAergE3Q (aus 2018):

  • Bill Gates Vermögen: 0,065 Billionen Euro
  • Bargeld weltweit: 5 Billionen Euro
  • Wert aller Waren und Dienstleistungen weltweit („Weltwirtschaftsleistung“): 75 Billionen Euro (pro Jahr, „die reale Wirtschaft“)
  • Schulden (Staats-, Unternehmens- und private Schulden) weltweit: 200 Billionen Euro
  • Wert aller Finanzderivate („spekulative Finanzwetten auf die Zukunft“): 705 Billionen Euro (kein Zusammenhang mehr zu realen Gütern)

Geld ausgeben, das schon lange keiner mehr hat, das es in Wahrheit nicht gibt und das wir auch niemals erwirtschaften werden können ist en vogue!

Text an meine Schwester und meine Mutter heute morgen:

„Einen Termin in einer Arztpraxis zu bekommen ist ganz schön schwierig. Auch total überlastet. In Volkach machen die Praxen im Zwei-Wochen-Turnus alle abwechselnd min. eine Woche zu, damit da niemand durchbrennt. Und die Psycholog*innen in der Region haben Warteschlangen-Stop oder Wartelisten mit über einem Jahr.
Unser Heizungsfachmann hat auch nur Termine – bis unsere Heizung wieder läuft, ist der Winter rum.

Die Vögelchen stört’s nicht. Die popeln unsere Dachisolierung raus, bauen sich bei uns ein Nest, weil Ihnen beim Nachbarn jetzt zwei Bäume fehlen – und zwitschern!“

Die Erde kann auch nicht mehr, der geht ebenso die Puste aus. Für unsere 100 Watt, die ein Mensch durchschnittlich leisten kann, bekommen wir nicht einmal einen Computer pro Person betrieben, keine Tütensuppe warm und schon gar kein Auto hergestellt oder verwendet. So war das niemals geplant!

Aber wir sind ja jetzt auf dem Mars. Da wird es doch eine Möglichkeit geben, unseren Konsumlevel zu halten. Wir brauchen die Spritze in beiden Armen und allen Venen, wir zittern immer mehr, alles zittert hier um einen rum und in einem drin. Könnte man damit doch endlich Strom erzeugen, dann könnten wir mehr mehr mehr mehr mehr und einmal mehr….

Ein Turbo-Wahnsinn.

Brexit GmbH

Das Singapur an der Themse: der Untergang einer ganzen Insel! Das einstmals innovative Britannien ist das erste komplett gekaufte Land, dem ich beim schnellen Niedergang zusehen muss. Der Gott des freien Marktes und des ewigen Wachstums wird flügellahm und Geld an sich heilt keine Wunden.

Dumm nur, dass es auf dem Rücken vieler Engländer ausgebadet werden muss, dass einige Lords sich in den Rang der kleinen Milliardäre tricksen. Schade, dass nicht doch so mancher Mann ein Geweih trägt. Das holte ich mir dann gerne an die Wand.

Verstehen kann ich die Engländer, die den harten Brexit gewählt haben, auch. Unsere gesellschaftliche Gesamtsituation: skrupellose Reedereivorstände schicken sinkende Schiffe mit teurem Altöl hinaus auf’s Meer, damit sie dort absaufen. Zähe, soziale und intelligente Lebewesen verlassen den sinkenden Pott vorher.

Wer ist schuld? Ich, mit meinem täglichen Konsumverhalten, dem Stimmzettel an den vielen Kassen, die alle nur einer der unzähligen Trichter sind, der den Berg der sechs Hand voll Milliardäre weiter anhäuft, so dass auf der anderen Seite der Geldwaage bald nicht mehr nur 3,9 Milliarden, sondern fünf Milliarden verarmte Menschen und mehr stehen.

Das ist kein Neid und keine Angst. Ich bin mir sicher, das sind beides „unmenschliche“ Gruppierungen, die Superreichen und die richtig Armen, in denen das Leben keinen Spaß mehr macht, keinen Sinn mehr bietet und nur noch das Gefühl einer Sackgasse existiert. Das ist für mich fair, ich werde in keine der beiden Gruppen rutschen. Gut anfühlen tut sich das deswegen aber noch lange nicht – ich bin einfach mit daran schuld, dass es so viele meiner Art gibt, deren Leiden ich mehre und habe noch keinen Weg gefunden, diese schlechten Gefühle los zu werden.

Hut ab? Was war das wohl mit den Hüten?